Herbert Duttler
Phantastischer Realismus
Visionäre Bildwelten zwischen Mythologie, Symbolik, Traum und Wirklichkeit
Der Phantastische Realismus bildet einen der eigenständigsten und umfangreichsten Werkkomplexe im Schaffen Herbert Duttlers. In seinen Gemälden verbindet der Künstler Elemente des Phantastischen Realismus mit surrealistischen und symbolistischen Vorstellungen zu einer persönlichen, unverwechselbaren Bildsprache. Mythologische Gestalten, rätselhafte Architekturen, menschliche Körper und traumartige Landschaften begegnen sich in Bildräumen, in denen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Imagination aufgehoben erscheinen.
Wichtige Impulse erhielt Duttler durch Peter Petz, bei dem er sich intensiv mit Farbe und Maltechnik auseinandersetzte und über den sich eine Verbindung zur Bildwelt Ernst Fuchs’ und zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus entwickelte.
Anders als in seiner traditionsgebundenen Landschaftsmalerei eröffnet Duttler hier einen Kosmos voller Mythologie, Erotik, Metamorphosen und symbolischer Bezüge. Die E. Schuster Collection dokumentiert diesen bedeutenden Schaffensbereich mit einer außergewöhnlich umfangreichen Werkgruppe und ermöglicht damit einen umfassenden Einblick in die Entwicklung seiner phantastisch-realistischen Bildwelt.
Der göttliche Wind der Antike
Öl auf Leinwand, 2015
„Der göttliche Wind der Antike“ zählt zu den zentralen Werken im phantastisch-realistischen Schaffen Herbert Duttlers. In einer vielschichtigen Komposition verbindet der Künstler antike Mythologie mit surrealer Imagination und einer rätselhaften, nahezu zeitenthobenen Atmosphäre. Figuren, Körperformen und symbolisch aufgeladene Elemente treten in einen spannungsvollen Dialog und verdichten sich zu einer visionären Bildwelt, in der Realität und Traum ineinander übergehen. Die Antike erscheint dabei nicht als historische Reminiszenz, sondern als lebendiger geistiger Raum, den Duttler frei interpretiert und mit seiner eigenen Bildsprache verbindet. Das Gemälde verdeutlicht exemplarisch seine Fähigkeit, mythologische Motive, Symbolik und Phantasie zu komplexen Bildräumen zu verschmelzen. Innerhalb der E. Schuster Collection nimmt das Werk damit eine besondere Stellung als herausragendes Beispiel seines Phantastischen Realismus ein.
Ausgewählte Hauptwerke
Werke des Phantastischen Realismus
Im Dialog mit Ernst Fuchs
Die Auseinandersetzung mit Ernst Fuchs bildet einen wichtigen Bezugspunkt im phantastisch-realistischen Schaffen Herbert Duttlers. Einen besonderen Zugang zu dieser Bildwelt erhielt Duttler durch Peter Petz, bei dem er sich intensiv mit Farbenlehre und Maltechnik beschäftigte und der seinerseits Schüler von Ernst Fuchs war. Die dadurch vermittelte Nähe zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus wurde für Duttler zu einer Quelle der Inspiration, ohne seine künstlerische Eigenständigkeit zu überlagern.
Besonders anschaulich wird dieser Dialog im „Rosenkönig (nach Ernst Fuchs)“. Das Gemälde versteht sich als bewusste Hommage an Fuchs und dessen visionäre Bildsprache. Duttler greift das kunsthistorische Vorbild auf, interpretiert es jedoch mit seinen eigenen malerischen Mitteln neu. So entsteht ein Werk, das Tradition, persönliche Verehrung und eigenständige künstlerische Interpretation miteinander verbindet.