Herbert Duttler
Alte Meister
Im Dialog mit den großen Meistern der europäischen Malerei
Die Auseinandersetzung mit den Alten Meistern bildet eine besondere Facette im vielseitigen Schaffen Herbert Duttlers. In diesen Arbeiten wendet sich der Künstler bedeutenden Vorbildern der europäischen Kunstgeschichte zu und setzt sich intensiv mit deren Bildkomposition, Farbgebung und malerischer Technik auseinander. Dabei steht nicht allein die möglichst genaue Wiedergabe historischer Vorlagen im Mittelpunkt. Vielmehr wird das Studium der Meisterwerke zu einer künstlerischen Annäherung an jene handwerklichen und gestalterischen Prinzipien, die die europäische Malerei über Jahrhunderte geprägt haben.
Duttlers Beschäftigung mit historischen Maltechniken und seine ausgeprägte technische Vielseitigkeit werden in diesen Werken besonders deutlich. Lichtführung, Stofflichkeit, räumliche Wirkung und fein abgestufte Farbigkeit verlangen ein hohes Maß an malerischer Präzision. Die Arbeiten nach Alten Meistern dokumentieren damit nicht nur seine Wertschätzung kunsthistorischer Vorbilder, sondern zeigen zugleich die handwerklichen Grundlagen, auf denen die außergewöhnliche stilistische Bandbreite seines eigenen Schaffens beruht.
Rembrandt
Nach einem Selbstbildnis Rembrandts
Öl auf Leinwand, 2014
Rembrandt-Signatur recto · Duttler-Signatur verso
Mit „Rembrandt“ erweist Herbert Duttler einem der bedeutendsten Meister der europäischen Malerei seine Reverenz. Als Ausgangspunkt dient eines der berühmten Selbstbildnisse Rembrandts, dessen charakteristische Bildwirkung Duttler aufgreift und in seiner eigenen malerischen Handschrift interpretiert. Im Zentrum stehen die eindringliche Physiognomie, die modellierende Wirkung von Licht und Schatten sowie die für Rembrandts Porträtkunst charakteristische psychologische Präsenz. Selbstbildnisse nahmen tatsächlich eine außergewöhnliche Stellung in Rembrandts Œuvre ein und begleiteten ihn durch nahezu alle Phasen seines Schaffens.
Eine besondere Hommage liegt auch in der Signatur: Duttler versah die Vorderseite mit der Rembrandt-Signatur, während sich seine eigene Signatur auf der Rückseite des Gemäldes befindet. Dieses Prinzip wendete er auch bei „Pallas Athene“ und „Alexander der Große“ an. Die Signatur wird damit bewusst Teil des kunsthistorischen Zitats und unterstreicht den respektvollen Dialog Duttlers mit seinem Vorbild.