PHANTASTISCHER REALISMUS
Zwischen Traum, Mythologie und Wirklichkeit
Der Phantastische Realismus verbindet die sichtbare Wirklichkeit mit Traum, Mythologie und Imagination. Seine bedeutendste Ausprägung fand er nach 1945 in der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, deren Künstler – darunter Ernst Fuchs, Arik Brauer und Rudolf Hausner – surrealistische Bildwelten mit der technischen Präzision Alter Meister verbanden.
In der E. Schuster Collection nimmt diese Kunstrichtung einen besonderen Stellenwert ein. Die Sammlung spannt den Bogen von Werken des Mitbegründers Ernst Fuchs bis zu den phantastisch-realistischen Arbeiten Herbert Duttlers. In ihren vielschichtigen Bildwelten begegnen sich antike Mythologie, Symbolik, Traum und menschliche Existenz. So wird der Phantastische Realismus zu einem faszinierenden Grenzraum zwischen Wirklichkeit und Vorstellung – traditionsbewusst in seiner malerischen Sprache und zugleich von zeitloser imaginativer Kraft.
Herbert Duttler - Phantastischer Realismus
Seit 2010 widmet sich Herbert Duttler intensiv dem Phantastischen Realismus und Surrealismus. Seine visionären Bildwelten verbinden Elemente der Wiener Schule mit Symbolismus, Mythologie und surrealen Traumwelten. Prägend war dabei auch seine Zusammenarbeit mit Peter Petz, einem Schüler von Ernst Fuchs. In der E. Schuster Collection bildet dieser Werkkomplex einen herausragenden Schwerpunkt und dokumentiert Duttlers eigenständige Interpretation des Phantastischen Realismus.
Ernst Fuchs
Ernst Fuchs (1930–2015) zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der österreichischen Nachkriegskunst und war Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Gemeinsam mit Arik Brauer, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden entwickelte er eine Bildsprache, die surrealistische und magisch-realistische Vorstellungen mit der technischen Präzision Alter Meister verband.
Fuchs’ vielschichtiges Werk ist von Mythologie, Religion, Mystik, Symbolik und Traumwelten geprägt. Seine außergewöhnliche Detailgenauigkeit und seine intensive Beschäftigung mit historischen Maltechniken verliehen seinen visionären Kompositionen eine unverwechselbare Wirkung. Über Malerei und Grafik hinaus arbeitete Fuchs auch als Bildhauer, Architekt und Gestalter. Mit seinem international rezipierten Schaffen wurde er zu einem der bedeutendsten Vertreter des Phantastischen Realismus und zu einer zentralen Referenz für nachfolgende Künstlergenerationen.
Foto: Gert Chesi / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Radierungen
Die Radierungen von Ernst Fuchs nehmen innerhalb seines grafischen Schaffens eine besondere Stellung ein. In ihnen verbinden sich technische Präzision, feine Linienführung und eine außergewöhnliche Detailfülle mit den für Fuchs charakteristischen Bildwelten aus Mythologie, Religion, Symbolik und Phantasie. Insbesondere in den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden bedeutende grafische Zyklen und Editionen, die wesentliche Motive seines künstlerischen Kosmos aufgreifen.
Foto: Tsui / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · S/W
Handsignierte Giclees
Die handsignierten Giclées von Ernst Fuchs übertragen seine charakteristischen, symbolisch aufgeladenen Bildwelten in ein hochwertiges modernes Druckverfahren. Die in der E. Schuster Collection vertretenen Arbeiten sind vom Künstler eigenhändig signiert und nummeriert; darunter befinden sich auch seltene Künstlerexemplare und Editionen in begrenzter Auflage. Vergleichbare Arbeiten von Fuchs sind als handsignierte und nummerierte Giclée-Drucke auf Leinwand dokumentiert.
Foto: Robert Schediwy / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · S/W, Bearbeitung des Bildausschnitts
Unikate
Die Unikate von Ernst Fuchs ermöglichen einen besonders unmittelbaren Zugang zu seiner künstlerischen Handschrift. Als einmalige, vom Künstler eigenhändig geschaffene Arbeiten unterscheiden sie sich grundlegend von seinen grafischen Editionen und vervielfältigten Werken. Zeichnung und Malerei bildeten wesentliche Bestandteile seines vielseitigen Œuvres, das von religiöser und mythologischer Symbolik sowie visionären Bildwelten geprägt ist.