Klassische Malerei in der E. Schuster Collection
Werke des 19. und 20. Jahrhunderts – von akademisch ausgebildeten und regional bedeutenden Malern bis zu bislang nicht eindeutig identifizierten Künstlern.
Die klassische Malerei bildet einen traditionsreichen Schwerpunkt der E. Schuster Collection. Landschaften, Porträts, Tier- und Genredarstellungen vermitteln einen facettenreichen Einblick in unterschiedliche Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Neben akademisch ausgebildeten und regional bedeutenden Künstlern bewahrt die Sammlung auch Werke heute weniger bekannter oder nicht eindeutig identifizierter Maler und macht damit ein breites Spektrum historischer Bildwelten sichtbar.
Alfred Fritzsching
Alfred Fritzsching arbeitete in einem breiten Spektrum künstlerischer Techniken, das von der Öl-, Aquarell-, Tempera- und Pastellmalerei bis zur Plastik und Druckgrafik reicht. Einen besonderen Schwerpunkt seines Schaffens bildete die Radierung.
Otto Kirchner
1887–1960
Otto Kirchner war ein deutscher Bildnis- und Genremaler, der nach ersten Studien in Düsseldorf und Studienreisen nach Italien seine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Martin Feuerstein fortsetzte. Nach dem Ersten Weltkrieg wandte er sich vor allem der Genremalerei zu. Charakteristisch sind häufig kleinformatige, fein beobachtete Darstellungen von Bauern, Zechern, Lesenden und anderen Figuren des alltäglichen Lebens. Seine Werke verbinden eine gegenständliche, traditionsgebundene Malweise mit einem ausgeprägten Interesse an Charakter, Ausdruck und Atmosphäre. Kirchner war auch im Münchner Kunstleben präsent; seine Arbeiten wurden unter anderem im Münchner Glaspalast ausgestellt.
Otto Ackermann-Pasegg
1882–1959
Otto Ackermann-Pasegg war ein deutscher Landschaftsmaler, Illustrator und Radierer. Nach seiner Ausbildung, die ihn unter anderem zu Carl Theodor Meyer nach Basel und an die Leipziger Akademie führte, entwickelte er eine gegenständliche, atmosphärisch geprägte Landschaftsmalerei. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten alpine Landschaften, Gebirgsregionen und ländliche Szenerien. Einflüsse von Heinrich von Zügel und Max Liebermann verbinden sich in seinem Werk mit einer traditionsgebundenen Naturauffassung und einem ausgeprägten Gespür für Licht und Stimmung. Ackermann-Pasegg war zudem als Illustrator tätig und gehörte der Münchner Künstlervereinigung „Die Juryfreien“ an.
Walter Purschke
Walter Purschke war ein deutscher Porträt- und Genremaler. Ursprünglich als Keramik- und Porzellanmaler ausgebildet, wandte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkt der Malerei zu. Er studierte bei dem Jagdmaler G. W. Kielbach und vertiefte das Porträt- und Figurenzeichnen bei Hein König in München. Charakteristisch für sein Werk sind gegenständliche, sorgfältig ausgeführte Figuren- und Genreszenen, häufig mit historisierendem oder ländlichem Charakter. Die in der E. Schuster Collection vertretenen Arbeiten zeigen insbesondere seine Fähigkeit zur präzisen Charakterisierung menschlicher Physiognomien.
Josef Rolf Knobloch
1891–1964
Josef Rolf Knobloch war ein impressionistisch orientierter Münchner Landschaftsmaler. Nach Studien an der Kunstschule in Liebwerda und der Technischen Hochschule München entwickelte er eine vorwiegend der Landschaft gewidmete Malerei, die Einflüsse der Münchner Freilichtmalerei und der Schule von Barbizon erkennen lässt. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten oberbayerische Landschaften, Gebirgs- und Stadtansichten. Seit 1915 beteiligte sich Knobloch an Ausstellungen im Münchner Glaspalast und war über viele Jahre in der Münchner Künstlervereinigung „Die Juryfreien“ engagiert. Seine Werke verbinden eine gegenständliche Naturauffassung mit impressionistischer Licht- und Stimmungswirkung.
Josef Woldemar Keller-Kühne
1902–1991
Josef Woldemar Keller-Kühne war ein deutscher Maler und Zeichner, der von 1921 bis 1930 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Heinrich von Zügel und Angelo Jank studierte. Bereits 1922 war er erstmals auf einer Ausstellung im Münchner Glaspalast vertreten. Einen besonderen Schwerpunkt seines Schaffens bildete die Tiermalerei, daneben entstanden Landschaften, Stadtansichten und Porträts. 1926 erhielt Keller-Kühne für das Gemälde „Stier im Stall“ den Kunstpreis der Stadt München. Seine gegenständliche Malerei verbindet präzise Naturbeobachtung mit einer lebendigen, malerischen Auffassung und steht in der Tradition der Münchner Tier- und Landschaftsmalerei.
Helmuth Bachrach-Barree
1898–1964
Helmuth Bachrach-Barée war ein deutscher Porträt-, Tier- und Landschaftsmaler der Münchner Schule. Als Sohn des Malers Emanuel Bachrach-Barée erhielt er früh künstlerische Impulse und studierte an der Münchner Akademie bei Angelo Jank und Heinrich von Zügel. Deren Einfluss zeigt sich insbesondere in seiner Tier- und Landschaftsmalerei, die eine gegenständliche Naturbeobachtung mit einer zunehmend freien, koloristisch geprägten Malweise verbindet. Seit 1923 stellte Bachrach-Barée im Münchner Glaspalast aus. Seine Werke zeigen bevorzugt Tiere und Menschen in landschaftlicher Umgebung und zeichnen sich durch eine lebendige, atmosphärische Auffassung aus.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Bachrach-Barée 1936 mit einem Arbeitsverbot belegt. 1944 wurde er in ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald deportiert und überlebte im Frühjahr 1945 einen Todesmarsch. Eine während dieser Zeit entstandene Zeichnung befindet sich heute in der Gedenkstätte Yad Vashem.
Hans Weidinger
Hans Weidinger steht für eine traditionsverbundene Landschaftsmalerei, in der die unmittelbare Naturbeobachtung und die atmosphärische Wirkung der Landschaft im Mittelpunkt stehen. Das in der E. Schuster Collection bewahrte Gemälde Schliersee zeigt eine ruhige, gegenständlich aufgefasste Landschaft und knüpft an die lange Tradition der süddeutschen und alpinen Landschaftsmalerei an. Das Werk vermittelt dabei weniger eine topografische Dokumentation als vielmehr den charakteristischen Stimmungsgehalt der dargestellten Natur.
Willy Franken
Willy Franken war ein deutscher Figuren-, Tier- und Landschaftsmaler. Im Mittelpunkt seines gegenständlichen Schaffens stehen insbesondere Tierdarstellungen, die von genauer Naturbeobachtung und einem ausgeprägten Gespür für Haltung, Bewegung und Charakter der dargestellten Tiere geprägt sind. Daneben entstanden Landschaften und figürliche Szenen. Die in der E. Schuster Collection vertretenen Arbeiten veranschaulichen diese traditionsverbundene, naturbezogene Bildauffassung und ergänzen den Bestand der klassischen Malerei um eine Position des 20. Jahrhunderts.
Wilhelm H. Wöhr
1898–1996
Wilhelm H. Wöhr war ein deutscher Maler und Grafiker, dessen künstlerisches Schaffen eng mit seiner schwäbischen Heimat verbunden war. Als „Maler des Zabergäus“ widmete er sich bevorzugt der Landschaft zwischen Heuchelberg, Stromberg und Neckar. Seine Arbeiten bewahren den Charakter dieser Kulturlandschaft in einer gegenständlichen, traditionsverbundenen Bildsprache. Dabei arbeitete Wöhr in unterschiedlichen Techniken, darunter Ölmalerei, Aquarell, Federzeichnung sowie Holz- und Linolschnitt. Die in der E. Schuster Collection vertretenen Werke dokumentieren diese regional verwurzelte Position der Landschaftsmalerei des 20. Jahrhunderts.
Georg Kiste
Georg Kiste war ein deutscher Maler, dessen Werk der traditionellen gegenständlichen Malerei verpflichtet ist. Seine Arbeiten konzentrieren sich insbesondere auf Landschafts- und Naturdarstellungen, in denen eine sorgfältige Beobachtung des Motivs mit einer stimmungsvollen malerischen Auffassung verbunden wird. Die in der E. Schuster Collection vertretenen Werke stehen exemplarisch für diese traditionsorientierte Bildsprache und dokumentieren zugleich eine heute weniger bekannte Position der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts.
Corrado Pila Monte
Corrado Pila Monte (1932–2019) war ein italienischer Maler, dessen künstlerischer Weg ihn nach Deutschland führte. Seine Malerei ist von einer gegenständlichen Bildsprache geprägt, in der Landschaft, Architektur und atmosphärische Stimmungen eine besondere Rolle einnehmen. Die Werke verbinden eine sorgfältige Beobachtung des Motivs mit einer malerisch verdichteten, teils romantisch anmutenden Auffassung. In der E. Schuster Collection ist Pila Monte mit ausgewählten Arbeiten vertreten, die exemplarisch seine traditionsverbundene Landschaftsmalerei dokumentieren.
Wolfgang Bautz
Wolfgang Bautz ist ein deutscher Kunstmaler aus Kissing in Bayern. Die in der E. Schuster Collection vertretenen Arbeiten zeigen sein malerisches Schaffen und ergänzen den Bereich der klassischen Malerei um eine regional verankerte künstlerische Position.
Werke nicht identifizierter Künstler
Werke bislang nicht eindeutig identifizierter Künstler bewahren eigenständige künstlerische Positionen und bereichern die Sammlung als Zeugnisse der Maltradition ihrer Zeit.